01.05.2011 Wenn’s juckt oder brennt, dann bitte zum Arzt

LOVE-LIFE-Kampagne. Seit März 2011 präsentiert sich die LOVE-LIFE-Kampagne in einer neuen Form. Im Mittelpunkt stehen die sexuell übertragbaren Infektionen (STI), die in die HIV-Prävention integriert wurden. «Wenn’s juckt oder brennt, dann bitte zum Arzt». Dies ist die Hauptbotschaft, die über ebenso humorvolle wie unmissverständliche TV-Spots, Plakate und Internetseiten vermittelt wird.

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TODO CHRISTIAN

Die Kampagne, welche die Öffentlichkeit für die STI sensibilisieren soll, wurde vom Bundesamt für Gesundheit (BAG), der Stiftung PLANeS und der Aids-Hilfe Schweiz (AHS) erarbeitet. Sie ist seit dem 21. März zu sehen, eine zweite Welle folgt im Herbst. Die neue LOVE- LIFE-Kampagne ist Teil der Umsetzung des neuen Nationalen Programms HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) 2011– 2017, das der Bundesrat letztes Jahr verabschiedet hat und in das neben HIV erstmals auch andere STI integriert wurden. Diese Integration erfolgte hauptsächlich aus zwei Gründen: Zum einen nimmt die Anzahl der Neuerkrankungen durch STI sowohl in der Schweiz als auch in den übrigen westeuropäischen Ländern zu. Zum anderen beeinflussen die anderen STI die Verbreitung von HIV. Personen mit einer STI sind empfänglicher für HIV, und umgekehrt können HIV-positive Personen, die zusätzlich an einer anderen STI leiden, HIV leichter übertragen. Mehrere europäische Länder haben deshalb bereits Strategien zur kombinierten Bekämpfung von HIV und anderen STI entwickelt.

Sexuell übertragbare Krankheiten nehmen zu
In der Schweiz leben etwa 20 000 Menschen mit HIV, und jedes Jahr werden 600 bis 800 Personen positiv auf das Virus getestet. Die anderen STI sind im Zunehmen begriffen. Oft verlaufen sie asymptomatisch, was die Entdeckung erschwert. Zudem sind viele dieser Krankheitserreger relativ leicht übertragbar. Unbehandelt können diese Infektionen schwerwiegende Folgen haben: chronische Erkrankungen, Krebs, Unfruchtbarkeit, Schwangerschaftskomplikationen sowie Schädigungen des Fötus oder Behinderung bei Neugeborenen. Anders gesagt, STI können für Betroffene schwerwiegende Folgen haben und stellen eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Gesundheit dar. Die Aufforderung, einen Arzt oder eine Ärztin aufzusuchen, wird in einer ersten Phase wohl zu einem Anstieg der Anzahl diagnostizierter STI führen. Die Zahl der Diagnosen dürfte dank der Behandlung der Patienten und Patientinnen später jedoch zurückgehen. Das Ziel des neuen Programms ist es, die Zahl der Neuinfektionen bis ins Jahr 2017 um 50 Prozent zu senken.

Zusätzliche Safer-Sex-Regel
Mit der Integration der anderen STI wurden die bekannten Safer-Sex-Regeln «Beim eindringenden Verkehr immer Präservative verwenden» und «Kein Sperma in den Mund, kein Sperma schlucken, kein Menstruationsblut in den Mund, kein Menstruationsblut schlucken» um eine neue Regel ergänzt: «Bei Jucken, Ausfluss oder Schmerzen im Genitalbereich umgehend zum Arzt». Die Kampagne will zudem infizierte Personen ermutigen, ihre Partner und Partnerinnen zu informieren.
Informationen zur Kampagne und ein Test zu Risikosituationen finden sich auf www.check-your-lovelife.ch.

Kontakt

Norina Schwendener, Projektleiterin Kampagnen, norina.schwendener@bag.admin.ch,
Adrian Kammer, Leiter Sektion Kampagnen, adrian.kammer@bag.admin.ch

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